Hamburger Rothenbaum, Eine deutsche Analyse nach Tag 4

Posted on July 07, 2011 in Scoreboard

Eine Zwischenanalyse vom Turnier am Hamburger Rothenbaum aus deutscher Sicht:

Bastian Knittel:

Runde 1: Bastian Knittel – Ivan Dodig 6-4 6-3
Runde 2: Marin Cilic – Bastian Knittel: 6-3 6-7(4) 6-4

Bastian hat hier sicherlich ein gutes Turnier gespielt. Dodig ist zwar gerade nicht wirklich in einer tollen Form, jedoch ist er sicherlich immer ein Fighter und solch ein Spiel muss man erstmal gewinnen. Gegen Cilic dann auch ein sehr enges Spiel bestritten und sogar schon mit 4:2 im dritten Satz geführt. Dann kommt natürlich die mentale Komponente hinzu und dort scheint er noch nicht so ganz gefestigt zu sein.
Insgesamt aber eine sehr solide Leistung!

Julian Reister:


Runde 1: Julian Reister – Dennis Istomin 6:4 6:3
Runde 2: Julian Reister – Gulliermo Garcia Lopez 7:6(5) 6-2
Achtelfinale: Michael Youhzny – Julian Reister 6:3 6:3

Auch über Julians Leistung kann man keinesfalls meckern. Istomin ist zwar im Moment nicht besonders gut in Form und Sand ist sicherlich nicht sein bester Belag, jedoch ist der Sieg keinesfalls zu unterschätzen. Gegen Garcia Lopez dann ein echt gutes Ergebnis eingefahren und somit eine wirklich gute Leistung gezeigt. Das Spiel gegen Youhzny habe ich gesehen und Youhzny war einfach eine Klasse zu stark.

Super Woche, weiter so!

Cedrik Marcel Stebe:

Runde 1: Cedrik Marcel Stebe – Juan Carlos Ferrero 6:3 6:2
Runde 2: Cedrik Marcel Stebe – Nikolay Davydenko 6:3 7:6(5)
Achtelfinale: Fernando Verdasco – Cedrik Marcel Stebe 7:5 6:3

Uiuiui… unser “Newcomer” von Stuttgart hat auch diese Woche wieder etwas für aufsehen gesorgt. Ferrero hatte wohl noch einen Hangover vom Turniersieg in Stuttgart und der junge Stebe hat diesen Vorteil für sich genutzt. Davydenko ist und bleibt einfach total ausser Form, denn Stebe hatte das Match schon fast wieder aus der Hand gegeben im zweiten Satz, ehe es Davydenko mit gefühlten 1000 Unforced Errros wieder zurückschenkte. Gegen Verdasco dann aber eine recht klare Niederlage. Stebe sagte danach im Interview, dass ihm die Konstanz fehlen würde über mehrere Matches hinweg auf dem Top Niveau zu spielen. Ich denke er hat das ganze dort recht gut auf den Punkt gebracht, auch wenn er neben der Konstanz unbedingt noch am mentalen Aspekt arbeiten muss, denn nicht jeder schenkt ein Match so her wie Davydenko oder Ferrero ;)

Tobias Kamke:

Runde 1: Tobias Kamke – Pere Riba Madrid 6:1 6:1
Runde 2: Tobias Kamke – Juan Ignacio Chela 6:1 6:4
Achtelfinale: Marin Cilic – Tobias Kamke 3:6 6:3 6:2

Tobias Kamke befindet sich sicherlich in einer guten Form.Das  Halbfinale in Newport deutete schon daraufhin. Die 1. Rundenniederlage in Stuttgart können wir getrost streichen, denn innerhalb kürzester Zeit von Amerika nach Deutschland zu fliegen und dann von Rasen wieder auf Sand zu spielen, dass ist sicherlich nicht so einfach.
Gegen einen Chela und Riba dann auf Sand nur 7 Spiele in 4 Sätzen abzugeben ist beeindruckend und so schaute ich mir mit “großen” Erwartungen sein Spiel gegen Cilic live an… Im ersten satz wusste ich warum Kamke diese Ergebnisse erzielen konnte: Power + Präzision + Selbstbewusstsein = Erfolg

Er traf die Linien, spielte befreit auf und Cilic war nicht wirklich überragend auf der Gegenseite. Im zweiten Satz wurde Cilic dann etwas besser und doch konnte sich Kamke beim 3-2* einen Breakball erspielen. Cilic wehrte den sehr stark ab und Kamke verlor den Ballwechsel ohne einen wirklichen Fehler bei dem Punkt gemacht zu haben. Cilic konnte zum 3:3 ausgleichen und danach ging nicht mehr viel bei Kamke. Jeder Ball der vorher die Linien getroffen hatte, segelte nun ein paar cm aus und auch sonst schlichen sich mehr Fehler im Spiel des Deutschen ein. Er wurde ungeduldiger und Cilic nutzte das gnadenlos aus. Im Endeffekt hat Tobi das Spiel echt verschenkt. Cilic war sicherlich gegen Ende besser als man es von ihm in letzter Zeit gewohnt ist, jedoch gab es eine sehr realistische Chance für Kamke ins Viertelfinale einzuziehen.

Andreas Beck:

Runde 1: Radek Stepanek – Andreas Beck 7:5 7:6(5)

Maaan Maaan Maaan, da wäre doch mehr drin gewesen Andi. Beck ging als Aussenseiter in die Partie und normalerweise ist es dann nicht schlimm ein Spiel zu verlieren, aber in der Begegnung war einfach mehr möglich gewesen. Stepaneks Formkurve zeigt gut nach unten, denn sein laufintensives Spiel kommt mit zunehmenderem Alter immer mehr an seine Grenzen und auch der Siegeswille scheint nicht immer bei 100% zu sein.
Beck hatte auch eigentlich eine gute Form vor Hamburg und dann muss man solch eine Partie vor heimischem Publikum auch mal gewinnen können.

Philipp Petzschner:

Runde 1: Marsel Ilhan – Philipp Petzschner 6:2 4:6 7:6(5)

Was soll man dazu noch sagen… Jaaa, jeder hat mal ein Match verloren das er nicht verlieren sollte, aber bei Petzschner passiert das irgendwie jede 2. Woche. Der Junge ist einfach ausser Form gerade und ihm fehlt neben dem Selbstvertrauen wohl manchmal auch die Einstellung zum Siegen.

Die anschliessende Pressekonferenz war dann ein Witz, denn auf Fragen zu dem Spiel antwortete er über den Hamburger Sportverein und dessen Neuverpflichtungen.

Klar ist man nach solch einer Niederlage selbst genervt und sicher hat man nicht unbedingt lust die immer wieder aufkommenden fragen zu beantworten, bevor man jedoch dann so eine Show abzieht, kann man doch einfach sagen man möchte sich nicht dazu äussern. Wenn er sagt: “Ich bin einfach nicht in Form gerade, es fehlt immer ein kleines bisschen…. Warum ich bei Matchball einen Doppelfehler serviere? … jeder macht mal einen Fehler…” ist doch alles gut, aber mit der Pressekonferenz hat er sich keinen gefallen getan.

Philipp Kohlschreiber:

Runde 1: Philipp Kohlschreiber – Andrey Golubev 7:5 6:3
Runde 2: Philipp Kohlschreiber – Albert Montanes 6:1 3:2 (aufgegeben)
Achtelfinale: Nicolas Almagro – Philipp Kohlschreiber: 6:3 7:5

Kohlis Woche ist weder gut nocht schlecht. Gegen Golubev kann man ruhig etwas klarer gewinnen, aber in der ersten Runde ist alles etwas schwerer.
Zweite Runde ist dann nicht aussagekräftig da Montanes angeschlagen ist und gegen Almagro kann man auf Sand sicherlich verlieren. Almagro hat ganz gut gespielt und somit ist es eine durschnittliche Woche von Kohli gewesen.

Florian Mayer:

Runde 1: Freilos
Runde 2: Florian Mayer – Marsel Ilhan 6:4 7:6(5)
Achtelfinale: Florian Mayer – Juan Monaco 7:5 7:5

Mayer steht hier im Viertelfinale ohne wirklich überzeugt zu haben. Gegen Ilhan muss man einfach auf Sand gewinnen und gegen Monaco war es ein grauen. Monaco und Mayer haben gestern ihr bestes getan um das Spiel zu verlieren, aber Monaco war einfach besser in der Disziplin … ;) Mayers Serve ist sehr verwundbar und auch aus dem Spiel heraus ist das aktuell nichts besonderes. Ich sehe nicht soviele Chancen für Mayer ins Halbfinale einzuziehen, wenn er sich nicht um Klassen steigert.

Die Viertelfinalpartien lauten übrigens:
Michael Youhzny – MarinCilic
Florian Mayer -Nicolas Almagro
Fernando Verdasco – Jürgen Melzer
Gael Monfils – Gilles Simon

 

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